Mein Klimawechsel! Nutzen Sie die Vorteile regenerativer Heizsysteme!

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Ich bin Betreiber einer Biogasanlage und hätte noch Wärme abzugeben, z.B. per Nahwärmeleitung an meinen Nachbar. Gibt es Zuschüsse für die Wärmerohre?

Für das geplante Wärmenetz bieten sich die Kreditprogramme 271 bzw. 281 der staatlichen Förderbank KfW an. Für Ihr aus Erneuerbaren Energien gespeistes Wärmenetz muss im Mittel über das gesamte Netz ein Mindestwärmeabsatz von 500 kWh pro Jahr und Meter Trasse nachgewiesen werden. Hätte Ihr Nachbar einen Verbrauch von 50.000 kWh (entspricht ca. 5.000 Litern Heizöl) pro Jahr, dürfte die Wärmeleitung maximal 100 m lang werden. 

Aktuell gibt die KfW für natürlich Personen einen effektiven Zinssatz ab 2,36 % bei 5-jähriger Laufzeit bis 3,23 % bei 20-jähriger Laufzeit mit 10-jähriger Zinsbindung an. Für Kleinunternehmen (KU) gilt ein Risikoklassen-Zinssatzsystem, so dass hier die Zinssätze nicht nur von der Laufzeit bestimmt werden: 1,99% bis 5,87 % werden im Konditionen-Anzeiger der KfW aufgeführt. Die Risikoklasse ermittelt die von Ihnen beauftragte Bank, etwa Ihre Hausbank.

Zusätzlich erhalten Sie Zuschüsse von 60 Euro je neu errichtetem Meter Trassenlänge im Rahmen einer erstmaligen Erschließung, sowie u. U. auch 1.800 Euro für die Hausübergabestation. 

Der Antrag ist vor Vorhabenbeginn zu stellen. Es sind verschiedene Formulare auszufüllen. Unten sind einige relevante Auszüge aus dem „Merkblatt - Investitionskredite für Maßnahmen zur Nutzung Erneuerbarer Energien“ der KfW (www.kfw-mittelstandsbank.de/DE_Home/Service/Kreditantrag_und_Formulare/Merkblaetter/KfW-Programm_Erneuerbare_Energien_270_271_272_281_282.jsp) aufgeführt. Dort finden Sie unten auch Links zu den entsprechenden Formularen und oben rechts zu den Zinssätzen.  

Sollte eine Erdgasleitung in der Nähe liegen und die Biogasmenge eine Investition in die (noch sehr teure) Aufbereitungstechnologie lohnen, dann könnte unter Umständen eine Einspeisung von zu Erdgas aufbereitetem Biogas eine Alternative sein.  

Vielleicht ist es hilfreich, sich bei der Antragstellung von Ihrem Bank- oder Finanzierungsberater unterstützen zu lassen. Die regionale Bioenergieberatung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR)  kann möglicherweise weitere Fragen hinsichtlich einer effizienten Wärmenutzung mit Ihnen klären: www.bioenergie-portal.info.

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Gibt es noch eine Förderung zum Austausch der Nachtspeicheröfen?

Sie erhalten 200 Euro pro abgebautem elektrischen Nachtspeicherofen, wenn Sie Ihre Heizanlage erneuern. Diese Heizanlage kann unter Einhaltung der Förderbedingungen auch gefördert werden:

- Beim BAFA (www.bafa.de/bafa/de/energie/erneuerbare_energien/publikationen/energie_ee_uebersicht_basis_und_bonusfoerderung.pdf) werden effiziente Anlagen, die erneuerbare Energien nutzen, gefördert. Der Antrag kann bis zu 6 Monate nach Errichtung gestellt werden.

- Bei der KfW (www.kfw-foerderbank.de/DE_Home/Service/KfW-Formul26/Merkblaetter/Bauen_Wohnen_Energie_sparen/Energieeffizient_Sanieren_-_Kredit/Anlage_technische_Mindestanforderungen_Energieeffizient_Sanieren.jsp) werden u.a. Brennwertkessel zusammen mit effizienten Heizungsumwälzpumpen gefördert. Der Antrag auf Förderung ist vor Beginn der Maßnahmen zu stellen und zu genehmigen.

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Unser Wohnhaus (150 m2 Dachfläche nach Süden) und seine Gas-Zentralheizung sind 18 Jahre alt. Welche Fördermittel gibt es für eine Solarthermieanlage und ist diese mit einer Erdwärmepumpe kombinierbar?

Antwort: Zur energetischen Sanierung bietet die KfW-Förderbank zahlreiche Förderprogramme an. Vom BAFA, gibt es auch unterschiedliche Fördermöglichkeiten, die mit den Förderungen der KfW vereinbar sind. Hinweise zu den Förderprogrammen finden Sie im auf den Internetseiten der KfW-Förderbank (www.kfw-foerderbank.de/DE_Home/Bauen_Wohnen_Energiesparen/Darlehensprogramme_fuer_Wohnimmobilien/Energieeffizient_Sanieren/index.jsp) und des BAFA (www.bafa.de/bafa/de/energie/erneuerbare_energien/index.html).

Je höher der energetische Standard Ihres Gebäudes nach der energetischen Sanierung ist, desto höher kann die Förderung werden. Grundsätzlich sind die von Ihnen genannten Maßnahmen förderfähig - aber: Ihr Vorhaben, den Gaskessel gegen eine Erdwärmepumpe zu tauschen, erfordert eine Absenkung des Wärmebedarfs inkl. der Heizlast, d.h. eine energetische Verbesserung der Bausubstanz. Der Grund sind die zur Zeit hohen Systemtemperaturen in Ihrer Anlage (Schätzung: 70°C bis 75°C Vorlauftemperatur). Die geplante Wärmepumpe ist jedoch erst unterhalb ca. 50°C Vorlauftemperatur sinnvoll und effizient einzusetzen. Das Verhältnis von eingesetzem Strom zu gewonnener Wärme wird andernfalls zu schlecht. Dieses Verhältnis wird als Jahresarbeitszahl (JAZ) bezeichnet. Ein Kriterium für die Vergabe von Fördermitteln über das BAFA ist jedoch, dass die JAZ nicht 3,7 unterschreitet. Fragen Sie dazu auch Ihren Händler.

Eine Wärmepumpe ist sehr gut mit einer Solaranlage zur Trinkwassererwärmung kombinierbar. Fazit: Das Gebäude muss mit den niedrigeren Temperaturen der Wärmepumpe beheizbar bleiben - wenn wir davon ausgehen, dass Sie Ihre Heizkörper und Verrohrungen weiter nutzen und nicht austauschen möchten. Es wird dann vermutlich unvermeidbar sein, zuerst die Gebäudehülle energetisch zu vebessern (z.B. Fassadendämmung, Dämmung des Daches und der Kellerdecke; Wie sieht es mit Ihren Fenstern aus?) und so Ihren Wärmebedarf senken.

Dann erst sollten Sie den möglichen Einsatz einer Wärmepumpe berechnen. Sie können dies sehr gut im Rahmen einer geförderten Energiesparberatung vor Ort von einem Energieberater durchrechnen lassen (siehe www.bafa.de/bafa/de/energie/energiesparberatung/index.html).

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Ist eine Wärmepumpe für einen Altbau die richtige Wahl?

Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, da in jedem Fall die individuellen Gegebenheiten des Bestandsgebäudes in die Beantwortung der Frage mit einbezogen werden müssen. Essentiell ist es, die Frage nach der maximal notwendigen Vorlauftemperatur zu beantworten und möglichst auf 55 Grad oder darunter zu senken. Neben einer Verbesserung des Dämmstandards können auch schon „minimalinvasive“ Maßnahmen, wie der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage, oder der Austausch einzelner Heizkörper durch größere Modelle, hier gute Dienste leisten.

Technisch bieten die Wärmepumpenhersteller verschiedene Lösungen speziell für den Altbau an. Für jede Wärmequelle sind Geräte auf dem Markt, die selbst bei tiefen Außentemperaturen eine hohe Heizleistung und hohe Vorlauftemperaturen liefern und zudem effizient arbeiten.

In jedem Fall ist es ratsam, Sanierungsprojekte gemeinsam mit einem Energieberater oder einem in diesem Bereich sehr erfahrenen Installateur zu planen.

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Ich vermiete Werkstatträume (Gewerbeflächen) und beabsichtige den Heizkessel auszutauschen. Gibt es für diese Maßnahme Fördermittel?

Für Investitionen in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) gibt es im Rahmen des ERP-Umwelt- und Energieefizienzprogramms der KfW verschiedene Fördermöglichkeiten für einen Kesseltausches. Welche Förderung für Sie in Frage kommt, hängt von der neuen Technik ab. Eine pauschale Förderung aller neuer Anlagen ist allerdings nicht möglich. Weitere Informationen finden Sie bei der KfW:

www.kfw-mittelstandsbank.de/DE_Home/Service/Kreditantrag_und_Formulare/Merkblaetter/ERP-Umwelt-_und_Energieeffizienzprogramm_237%2c_247%2c_238%2c_248.jsp

Beabsichtigen Sie, Erneuerbare Energien einzusetzen, so gibt es beim Bundeswirtschaftsministerium verschiedene Fördermöglichkeiten. Hier erfahren Sie mehr:

Handeln Sie nicht als KMU, sondern als Privatmensch, so sind uns keine KfW-Förderprogramme bekannt. Eine Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums bleibt hiervon unberührt. Wir empfehlen Ihnen, sich mit Ihrem Mieter, dem Gewerbetreibenden, wegen der Erneuerung des Kessels zu verständigen.

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Ich baue einen Passivhaus. Welche Heizungsreglungssysteme gibt es beim Heizen über die Be- und Entlüftung?

Die Beheizung des Passivhauses mit der Lüftungsanlage erfordert eine sorgfältige, mit dem gesamten Gebäude abgestimmten Planung. Der Standardfall ist die zentrale Regelung, Außentemperatur geführt und die Zuluft betreffend (evtl. ergänzt mit einer elektrischen Fußbodenheizung im Badezimmer). Sie können jedoch auch statt einer zentralen Regelung eine dezentrale Regelung mit dezentralen Lufterhitzern einbauen, dies ist jedoch von der Architektur des Hauses und den weiteren energetischen Parametern abhängig.

Genannt sei hier nur die wirksame Speichermasse, Zu- und Abluftführungen und generell die Aufteilung der verschiedene Nutzflächen. Sie können im Extremfall auch Einzelraumlufterhitzer verwenden. Dann können Sie auch eine Einzelraumregelung im Passivhaus einsetzen. Ihr Passivhausplaner wird Sie sicherlich gut betreuen, denn auch er/sie weiß, dass beim Passivhaus nur eine integrierte Planung unter Berücksichtigung aller technischen und bautechnischen Belange zum gewünschten Ziel führt.

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Kann ich auch eine solarthermische Anlage zusammen mit einer Wärmepumpe nutzen?

Die Wärmepumpe lässt sich hervorragend mit einer solarthermischen Anlage zur Brauchwassererwärmung oder Heizungsunterstützung betreiben. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten der Systemeinbindung:

  1. Sole/Wasser- oder Luft/Wasser-Wärmepumpen in Kombination mit solarer Trinkwasserbereitung
    Bei dieser Anwendung wird der normale, monovalente Trinkwassererwärmer (mit nur einem Wärmetauscher) gegen einen bivalenten, doppelten Trinkwassererwärmer getauscht: Die Wärmepumpe erhitzt das Trinkwasser über die oberen Rohrwendel in der oberen Hälfte, der untere Teil des Trinkwassererwärmers wird über die Solarkollektoren erwärmt.
  2. Sole/Wasser- oder Luft/Wasser-Wärmepumpen im System zur solaren Heizungsunterstützung und zur Trinkwassererwärmung.
    Auch bei dieser Anwendung kommt der bereits skizzierte bivalente Trinkwassererwärmer zum Einsatz. Für die Heizungsunterstützung wird zudem der Pufferspeicher der Wärmepumpe durch Solarkollektoren erhitzt. Über ein spezielles Umschaltventil kann die Solaranlage von Trinkwassererwärmung auf Heizungsunterstützung umgeschaltet werden. Neben dieser Zweispeicher-Lösung gibt es auch die Einspeicherlösung mit Kombipufferspeichern. Hierbei wird die Trinkwasssererwärmung im Regelfall im Durchflussverfahren durchgeführt.
  3. Eine weitere, jedoch nicht verbreitete Möglichkeit ist die Einbindung von Solarthermie direkt in den Solekreis der Sole/Wasser-Wärmepumpe: Dabei gibt das von der Sonne erwärmte Wasser aus dem Kollektor seine Wärme direkt über Wärmetauscher an das Kältemittel ab. So können auch niedrige Temperaturen von 20- 30°C im Frühjahr und Herbst effizient genutzt werden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die maximale Quellentemperatur nicht überschritten wird und dass die Kollektoren für so niedrige Betriebstemperaturen ausgelegt sind.
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Ich möchte mir eine Immobilie zulegen, die eine Elektro-Fussbodenheizung hat. Würde sich hier ein Solar-Umbau für die Stromversorgung lohnen oder sollte eine komplett neue Heizung verbaut werden?

Der Betrieb einer Elektroheizung mit Strom aus Photovoltaik ist zu teuer. Der eigene Sonnenstrom kann den Heizbedarf nicht (ständig) decken. Der angedachte Solarstromumbau ist deswegen schon technisch nicht machbar.

Vor dem Einbau einer Heizanlage sollte überprüft werden, ob der Wärmebedarf der Immobilie durch Wärmedämmung und Fenster- (glas-) austausch gesenkt werden kann. Dann sind Anlagen- und Energiekosten geringer.

Sie sollten beim Einbau einer modernen Heizanlage den Einsatz Erneuerbarer Energien in Erwägung ziehen. Achten Sie dabei auch auf Effizienz. Die Einhaltung der Förderkriterien des BAFA sollte eine zugesicherte Leistung der Heizungsbaufirma sein (Übersicht siehe hier).

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Wärmepumpe im Neubau – was sollte ich von Anfang an beachten?

Mit einer Wärmepumpe entscheiden Sie sich für ein platzsparendes, wartungsarmes und sauberes Heizsystem. Kann die Wärmepumpe beim Neubau eines Hauses von Anfang bei der Planung berücksichtigt werden, ist dies ideal, denn so können Sie Gebäude und Haustechnik optimal aufeinander abstimmen. Das spart schon bei der Investition Geld, da Sie auf ein Brennstofflager verzichten können. Wärmepumpen sind im Betrieb leise und platzsparend, sodass sie in kleinen Technikzentralen, Wirtschafts- oder Abstellräumen aufgestellt werden können. Da eine Wärmepumpe keinen Brennstoff, wie z.B. Öl oder Gas verbrennt, kommt sie zudem ohne Schornstein und entsprechende Wartungskosten aus.

Bei der Planung des neuen Heizsystems empfiehlt es sich, auf eine Kombination aus Wärmepumpe und Flächenheizung zu setzen, da Wärmepumpen bei geringen Temperaturunterschieden zwischen Wärmequelle und benötigter Temperatur am effizientesten arbeiten. Ebenfalls ideal ist die Kombination mit einer kontrollierten Wohnungslüftung mit aktiver oder passiver Wärmerückgewinnung.

Besonders bei erdgekoppelten Wärmepumpen bietet die äußerst energieeffiziente passive Kühlung interessante Optionen. Sie können im Sommer die Kühle des Erdreichs nutzen, um die Temperaturen behaglich zu halten. Dies sollte – ebenso wie die Möglichkeit der leistungsstärkeren „aktiven“ Kühlung – gleich bei der Planung mit berücksichtigt werden.

Beachten Sie außerdem dass die Bundesregierung energetisch optimierte Neubauten mit zinsgünstigen Krediten der KfW-Bank unterstützt.

Wenn heute jemand ein neues Haus bauen möchte, ist auch eine Kombination von PV-Anlage und Wärmepumpe sinnvoll. Mit einer Wärmepumpe kann man im Winter wie im Sommer den lukrativen Eigenstromverbrauch optimieren. Dank der PV-Anlage verbessert sich die Ökobilanz weiter.

Dank Einbau einer Wärmepumpe – vielleicht sogar in Kombination mit einer PV-Anlage auf dem Dach – erfüllen Sie heute schon häufig den Passivhausstandard (KFW40-Haus) und qualifizieren sich damit für zinsgünstige Kredite von bis zu 50.000€ je Wohneinheit. Darüber hinaus steigert dieses Gütesiegel bei einem möglichen Verkauf ihres Gebäudes dessen Wert.

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Worin bestehen die Unterschiede zwischen Erdkollektoren und –sonden?

Die Erdkollektoren werden horizontal in der Fläche verlegt. Wer viel Platz zur Verfügung hat, wird sich häufig aus Kostengründen für Erdkollektoren entscheiden. Die werden etwa in 1,20 Meter Tiefe verlegt. Als Faustregel gilt: Die zu beheizende Fläche sollte als Bodenfläche mindestens verdoppelt werden. Die Kollektorfläche darf später aber nicht überbaut werden. Eine landwirtschaftliche Nutzung, z.B. als Maisfeld oder als Grünfläche ist aber durchaus möglich.

Dagegen kommt bei kleineren Grundstücken nur die Tiefenbohrung für die Erdsonden in Frage. Deren Tiefe hängt von der geothermischen Beschaffenheit der geologischen Formationen/Erdschichten Ihres Grundstückes ab und kann von 30 bis meistens nicht mehr als 100 Metern in der Regel betragen. Die mittlere Bohrtiefe bundesweit beträgt 80 Meter.

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Ist unser Warmwasser beim Einsatz einer Wärmepumpe ausreichend vor Legionellen geschützt?

Ja. Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die vor allem in stehendem, warmem Wasser (25 °C bis 50 °C) leben und erst bei Temperaturen von über 60 °C absterben. Um das Brauchwasser vor einem Legionellenbefall zu schützen arbeiten die meisten Systeme mit dem Prinzip der thermischen Desinfektion. Bei dieser Methode wird das Wasser einmal in der Woche auf 60°C erhitzt und alle potenziellen Erreger abgetötet. Die meisten Geräte bieten ihren Betreibern Automatikprogramme dafür. Die automatische Legionellenschaltung stellt sicher, dass das Trinkwasser oder Warmwasser im Warmwasserspeicher legionellenfrei ist.

In Ein- und Zweifamilienhäusern müssen laut aktuellem DVGW Arbeitsblatt W551 keine 60°C im Speicheraustritt bereitgestellt werden. Das DVGW Arbeitsblatt schreibt bei größeren Anlagen, z.B. im Mehrfamilienhaus, vor, dass eine Speicheraustrittstemperatur von 60°C dauerhaft zu gewährleisten sei. Dies kann entweder durch eine Hochtemperatur-Wärmepumpe oder über einen Elektroheizstab erreicht werden.

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Lohnt sich für mich als (potenzieller) Wärmepumpen-Besitzer die Installation eine Photovoltaikanlage?

Für Heizungswärmepumpenbesitzer lohnt sich die Investition in eine PV-Anlage bei der derzeitigen Energiepreisentwicklung zunehmend. Wenn Sie sich für die Installation einer Solaranlage entscheiden, sparen Sie einen guten Teil der Strombezugskosten für den Betrieb der Wärmepumpe und verbessern ihre Umweltbilanz maßgeblich, da der selbst erzeugte Sonnenstrom keine CO2-Emissionen verursacht. In Kombination mit ausreichenden Pufferspeichern lässt sich der Stromverbrauch zudem so verlagern, dass er sich optimal mit der Stromerzeugung deckt – das erhöht den lukrativen Eigenverbrauch.

Dabei eignet sich Kombination mit einer Photovoltaikanlage insbesondere für die Warmwasserbereitung, denn hier wird der Sonnenstrom doppelt effizient in Wärmeenergie umgewandelt. Dies gilt für Heizungswärmepumpen ebenso wie für spezielle Brauchwasser-Wärmepumpen.

Generell sollten Sie sich vor der Investition von einem Fachbetrieb beraten lassen und die Kosten der Photovoltaikanlage den Wärmepumpenstrompreisen und den aktuellen Vergütungen gegenüberstellen.

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Mir liegt ein Angebot über eine Wasser/Solar-Wärmepumpe mit Bohrung vor. Aufgrund eines großes Schadens (Erdabsackung) möchte ich mehr Infos über die neue Firma im Voraus (Zertifizierung; meinem Boden angepasstes Bohrverfahren). Wo finde ich Rat?

Aktuell sind geeignete Firmen an der Zertifizierung nach dem DVGW-Arbeitsblatt W 120 und den in der Zertifizierung angegebenen Bohrverfahren zu erkennen, so die Zertifizierungsstelle "Zertifizierung Bau e.V.".  Details hiezu führt sie in ihrem Webauftritt auf.

Aussagen zum richtigen Bohrverfahren bei Ihrem Boden können Sie durch Angebotseinholung bei mehreren Fachfirmen und gegebenenfalls Nachfragen zu diesen Angeboten erhalten.

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Was ist bei der Planung einer Luft/Wasser-Wärmepumpe generell zu beachten?

Die Luft-Wärmepumpe ist ein flexibles Heizsystem mit hoher Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse der Bewohner. Um alle Vorteile dieser modernen Technologie ausschöpfen zu können, sind einige allgemeine Hinweise bei der Installation und Planung zu beachten.

Die wichtigsten 11 Punkte in Kurzfassung:

  1. Die Wärmepumpe ist auf die Normaußentemperatur am Aufstellungsort auszulegen. Bei der Installation ist zu beachten, dass die Heizleistung einer Standard-Wärmepumpe bei fallenden Außentemperaturen abnimmt, während sie  bei Wärmepumpen mit konstanter Heizleistung unverändert bleibt.
  2. Eine Heizlastberechnung ist unerlässlich für die korrekte Auslegung der Anlage. Denn auch eine überdimensionierte Wärmepumpe ist nicht unproblematisch:  durch das häufige „Takten“ (An- und Ausgehen) der Wärmepumpe verkürzt sich die Lebenszeit des Verdichters.
  3. Obwohl ein Pufferspeicher die Investitionskosten erhöht und gewisse Energieverluste verzeichnet, lohnt sich seine Anschaffung. Da er sich als Energiespeicher nutzen lässt, können vergünstigte WP-Stromtarife mit Sperrzeiten genutzt werden.

Tipp: Aktuell werden Pufferspeicher mit 500 Euro von Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gefördert.

  1. Im Brauchwasserspeicher ist auf eine ausreichend große Wärmetauscherfläche zu achten, damit die gewünschte Wassertemperatur ohne elektrischen Heizstab erreicht werden kann.
  2. Prüfen Sie vor allem im Altbau und bei gewerblichen Anwendungen die Option eines bivalenten Betriebs der Wärmepumpe. Überlegenswert ist auch die Kombination mit einer solarthermischen Anlage zur Unterstützung der Warmwasserbereitung.
  3. Der Aufstellort der Außeneinheit sollte so gewählt sein, dass der Luftaustritt nicht direkt zum Nachbarn bzw. dessen Schlafzimmer oder Wohnzimmer zeigt. Bei Bodenaufstellung sowie bei der Wandmontage empfiehlt es sich außerdem die Montage eines Schwingungsdämpfers, um Körperschall zu vermeiden.
  4. Ein im Rücklauf montierter Schmutzfänger hält den Plattenwärmetauscher sauber und gewährleistet damit einen durchgehend hohen Wirkungsgrad.
  5. Wärmepumpen arbeiten mit konstanten Wasserdurchflussmengen. Die dürfen nicht reduziert werden, da ansonsten der Strömungswächter auslöst und die Wärmepumpe stoppt.
  6. Gleichzeitig müssen Umschaltventile, Überströmventile und Wärmemengenzähler nach der Nenndurchflussmenge dimensioniert werden, um Druckverluste zu minimieren.
  7. Es lohnt sich nach einer Sanierung die Höhe der Vorlauftemperatur erneut zu prüfen, denn es gilt: je niedriger die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe desto niedriger sind die laufenden Betriebskosten.
  8. Die Außeneinheit sollte immer erhöht montiert werden! Gerade in Regionen mit reichlich Schneefall ist das unverzichtbar.
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Mit welchen Kosten ist zu rechnen beim Umbau einer Ölheizung in eine Holz-Pelletheizung? Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Die Frage der Mehrkosten für die Anlage ist abhängig von:
- Größe der Anlage (KW),
- Möglichkeit der einfachen Aufstellung eines Pelletlagers oder -silos,
- den grundsätzlichen Gegebenheiten vor Ort.

Beispielanlage 40 KW:
- Pelletkessel,
- Speicher, der Raum des Öltanks wurde komplett als Speicher genutzt,
- Befüllsystem,
- Förderereinrichtung zum Kessel (Schneckenförderung, 4 m Förderweg),
- Abgassystem.

Das oben beschriebene System verursachte Kosten in Höhe von 24.000,- € inkl. MwSt. Noch zu beachten sind evtl. anfallende Entsorgungskosten für Altkessel und Öltank. Aussagekräftiger sind selbstverständlich verbindliche Angebote von erfahrenen Heizungsbauern die sich Ihre persönlichen Umstände vor Ort angeschaut haben.

Fördermöglichkeiten:
Beim BAFA (Bundeswirtschaftsministerium) gibt es 36,- €/KW Förderung für Kessel von 5 - 100 KW. Zusätzlich gelten Besonderheiten welche Sie auf der Webseite des BAFA erfahren können.

Wenn Sie grundsätzliche energetische Sanierungen im Rahmen des KfW-Programms "Energieeffizient Sanieren" planen werden Pelletkessel selbstverständlich mit gefördert.

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Ich plane ein Neubau mit 150m2 und beabsichtige eine kontrollierte Be- und Entlüftung mit einem WRG von 96%. Um wieviel kW geringer kann ich den Heizkessel auslegen? Wie ist der Effekt auf die Primärenergie - ich will ein Energieeffizienzhaus 55 bauen?

Bei einer Be- und Entlüftungsanlage mit WRG in einem gut gedämmten Haus verbleiben ca. 15 - 25 % der über das Jahr benötigten Wärmemenge zur Erwärmung im Haus. Der Effekt auf den Primärenergieverbrauch liegt in einer ähnlichen Größenordnung. Es gilt: je niedriger der Gesamtwärmebedarf des Gebäudes umso höher der Anteil der Wärmerückgewinnung bei der Lüftungsanlage. Dieses Verhältnis lässt sich soweit verbessern, dass bei extrem gedämmten Häusern die gesamte benötigte Wärmemenge über das Lüftungssystem dem Haus zur Verfügung gestellt werden kann. Eine Heizanlage wird hierbei überflüssig, da im Heizfall nur noch die einströmende Luft erwärmt werden braucht, was mit einem in die Lüftungsanlage eingebauten Lufterhitzer geschehen kann. Es ist das Prinzip des Passivhauses.

Die Leistung eines Kessel kann in Ihrem Fall entsprechend niedriger gewählt werden, diese sollte allerdings per Heizlastberechnung (DIN EN 12831) ermittelt werden.

Grundsätzlich:
Die energetische Qualität eines Energieeffizienzhauses55 (45% effizienter als der Neubaustandard, es hat einen 45% niedrigeren Wärmebedarf) liegt nahe am Passivhaus. Der Wärmebedarf zum Nachweis einer Eff55-Qualität wird "herkömmlich" nach EnEV (DIN 4701 und 4108) berechnet. Durch die niedrigen Energiemengen stößt diese Rechenvorschrift allerdings an seine Grenzen.

Tipp:
Lassen Sie Ihr Haus nach dem PHPP 2007 (Passivhaus Projektierungs Paket 2007) des Passiv Haus Instituts von Dr. Wolfgang Feist berechnen (auch von der KfW anerkannte Berechnungsgrundlage) und führen Sie Ihren Neubau nach dem Passivhausstandard aus. Durch den Wegfall der Heizungsanlage halten sich die Mehrkosten in Bezug auf das Eff55-Haus sehr in Grenzen. Eine integrierte Planung (Architektur der Gebäudehülle, Anlagentechnik, Bauelemente) ist allerdings zwingend notwendig.

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Wo finde ich eine wirklich neutrale, kompetente Stelle, die mir für mein konkretes Haus die best geeignetste erneuerbare Energiequelle herausfindet?

Suchen Sie sich in der Liste des Bundesinstituts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle einen Energieberater aus Ihrer Umgebung aus:

Holen Sie etwa 3 Angebote dieser Berater ein. Achten Sie darauf, dass ein BAFA-geförderter Bericht erstellt wird. Dann werden auch die Richtlinien des BAFA eingehalten, die unter anderen Qualitätsanforderungen eine anbieterunabhängige Beratung vorschreiben. Sie erhalten den Bericht zudem durch die staatliche Förderung der Beratung günstiger.

 

Dies stellt natürlich keine absolute Gewähr für die Einhaltung Ihrer Kriterien dar, doch sollte es die beste Näherung daran ermöglichen.

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Wie betreibe ich eine Wärmepumpe besonders effizient?

Für besonders hohe Effizienz sorgt eine möglichst geringe Temperaturdifferenz (Delta t) zwischen Wärmequelle und benötigter Vorlauftemperatur, mit welcher das Heizungswasser in das Verteilersystem geleitet wird. Als Faustformel gilt: Je größer die Heizflächen (ideal sind z. B. Fußboden- oder andere Wandheizungen) und je anspruchsvoller der Dämmstandard, desto niedriger kann die Vorlauftemperatur ausfallen.

Verfügt Ihr Haus aktuell über keine Flächenheizung, sollte im Sanierungsfall immer auch die Nachrüstung eines Niedertemperatursystems geprüft werden. Verschiedene Hersteller bieten heute eine Reihe von Lösungen speziell für die Umrüstung bestehender Gebäude an. Neben der Nachrüstung von Niedertempertatur-Heizkörpern oder Gebläse-Konvektoren kann bei umfassenderen Sanierungsvorhaben eine Fußbodenheizung auch nachträglich in einen bestehenden Estrich gefräst werden.

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Ab 2010 müssen bei Kesseltausch 10 % Erneuerbare Energien eingesetzt werden. Wie ist der Wortlaut des Gesetzes? Wie werden bereits getätigte Investitionen in Wand- und Dachisolierung angerechnet?

zu 1.) Gemäß §5(1)2. EWärmeG Baden-Württemberg kann die von Ihnen für Baden-Württemberg richtig wiedergegebene Verpflichtung ersatzweise durch Dämmmaßnahmen erfüllt werden. Ein nach §7 EWärmeG Baden-Württemberg zugelassener Sachverständiger, eventuell der ausführende Handwerker, kann die entsprechende Bestätigung ausstellen. Für 2.a) und 2.b) können Sie zur eigenen Bewertung vorab noch die Verknüpfung zur EneV 2007 heranziehen.

zu 2.) Den Wortlaut des Landesgesetzes finden sie unter: Gesetz zur Nutzung erneuerbarer Wärmeenergie in Baden-Württemberg (Erneuerbare-Wärme-Gesetz - EWärmeG) vom 20. November 2007 

Grundsätzlich könnten Sie erwägen, über die bereits getroffenen Dämmmaßnahmen hinaus Erneuerbare Energien zur Verringerung Ihres CO2-Ausstoßes einzusetzen. Aktuelle Forschungen zum CO2-Ausstoß und seinen Auswirkungen auf die globale Erwärmung finden Sie in Englisch bei „Nature“. Zur Verfügbarkeit endlicher Energieträger finden Sie wissenschaftliche Untersuchungen unter „Energywatchgroup“. Informationen über die Vorteile der Nutzung Erneuerbarer Energien erhalten Sie auf den Internetseiten der Agentur für Erneuerbare Energien.

 

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Meine Dachflächen zeigen nach Osten und nach Westen. Welche Fläche eignet sich am besten für eine Solarthermieanlage mit Heizungsunterstüzung kombiniert mit einer Pelletsheizung?

Bei Ausrichtung Ihres Daches in West- und Ost-Dachflächen kann die Aufteilung des Kollektorfeldes zur Hälfte nach Osten und zur Hälfte nach Westen erfolgen, um morgens und abends ausreichend warmes Wasser zur Verfügung zu haben. Die Steuerung ist unkompliziert mit einem Zweikreisregler und einem Dreiwegeventil im Solarkreislauf möglich, um das jeweils aktive Kollektorfeld mit dem Solarspeicher zu koppeln. Selbst Satteldächer mit Ost-West-Ausrichtung (90 ° Abweichung vom Süden) bringen noch 70-85 % des Ertrages. 

Sie können die Anlage aber auch nur nach Osten oder Westen ausrichten. Den Westen würde ich in diesem Fall empfehlen, dann ist für das morgentliche Duschen Warmwasser von der Sonne erwärmt verfügbar. 

Bitte beachten Sie, dass Sie eine größere Kollektorfläche benötigen als bei einer Optimalausrichtung nach Süden, um die etwas geringere Einstrahlung auszugleichen.

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Es gibt preiswerte und wirksame Massnahmen zur Primärenergieeinsparung gerade bei Altanlagen, die gut 10 % Ersparnis bringen! Warum wird darauf nicht stärker hingewiesen, sondern auf teurere Sekundärmassnahmen wie z.B. Dämmung?

Grundsätzlich gilt: umso weniger fossile Energieträger "verbrannt" werden, desto geringer ist der Primärenergiebedarf. Der durchschnittliche Bedarf beim deutschen Gebäudebestand liegt bei 220 kWh/m2. Eine Effizienzerhöhung der Heizanlage bringt bei den genannten 10 % = 22 kWh/m2, das durchschnittliche Gebäude hätte also immer noch einen Bedarf von ca. 200 kWh/m2. Neubauten bzw. Passivhäuser können mit ca. 10 % dieser Energiemenge beheizt werden.
 
Der Wärmebedarf eines Gebäudes sollte deutlich gesenkt werden, da auch für die absehbare Zukunft wie für die letzten zehn Jahre hohe Energiepreissteigerungen zu erwarten sind. Informieren Sie sich zum Beispiel unter www.energywatchgroup.de oder unter www.iea.org, wo etwa erheblich sinkende Förderraten bei den 800 größten Ölquellen nachgewiesen werden.
           
Nicht mit Altanlagen auf Basis endlicher Energieträger, sondern mit modernen Anlagen auf Basis erneuerbarer Energien sichert sich der Eigentümer gegen kommende Versorgungskrisen und Preissprünge bei Öl und Gas ab und schützt damit die Wirtschaftlichkeit der Gesamtinvestition Gebäude und Gebäudetechnik.
           
Beim Einsatz erneuerbarer Energien etwa in der Wärmeerzeugung entstehen darüber hinaus Vorteile für Umwelt und Volkswirtschaft, von denen die Gebäudeeigentümer wiederum vielfältig profitieren.
           
Die Eigentümer sollten sich durch Energieberater bezogen auf ihr Gebäude  umfassend beraten lassen. Energieberater finden Sie in der Liste des BAFA, das für unabhängige Beratungen eine Förderung zur Verfügung stellt. Unter www.kfw.de finden Sie auch weitere Programme mit erheblichen Fördersummen, die Ihre energetische Modernisierung noch wirtschaftlicher machen.

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Ich möchte mir in Flensburg ein Haus kaufen. Dieses Haus ist an die Fernwärme angeschlossen. Gibt es eine bessere/günstigere Alternative?

Die Fernwärmenutzung ist grundsätzlich zu begrüßen, da der eingesetzte Energieträger für die Strom- und Wärmeerzeugung effizient genutzt wird. Ein weiterer Vorteil liegt auch in der bequemen Art der Beheizung, man muss sich um nichts kümmern, die Wärme kommt ins Haus. Produziert man die Wärme im Haus selbst, muss eine Anlage gekauft und während des Betriebes gewartet werden.
Eine bessere/günstigere Alternative - im Betrieb - ist der Einsatz von kostenloser Energie = Solarwärme. Mit Solaranlagen kann man aber nicht den gesamten Wärmebedarf abdecken, ca. 60 - 65 % beim Warmwasser und je nach energetischer Qualität des Hauses über 10 % der Heizenergie, der Rest müsste mit z.B. Fernwärme bereitgestellt werden. Alle weiteren Heizmöglichkeiten (Holzpelletkessel, Wärmepumpe etc.) sind in Abhängigkeit der Gebäudestruktur und der Gegebenheiten und Möglichkeiten vor Ort zu bewerten.
Es sollte daher unbedingt dem Bedarf des Gebäudes Beachtung geschenkt werden, die mögliche Einsparung und Absenkung der Heizmitteltemperaturen (Wassertemperatur in der Heizanlage) ist erstmal die beste/günstigste Variante Energie und damit Geld zu sparen (u.a. Dämmen und Verluste minimieren).
Nur eine vergleichende Wirtschaftlichkeitsbetrachtung unter Berücksichtigung der tatsächlichen Finanzierungs- und Betriebskosten inkl. der Energiepreissteigerungen schafft bei den Kosten Klarheit.
Ich rate zu einer Begehung mit einem Energieberater, evtl. gleich zu einer durch das Bundeswirtschaftsministerium geförderten Energiesparberatung vor Ort. Hierbei werden energetische Schwachstellen am Gebäude und mögliche Heizalternativen aufgezeigt.

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Wie lange hält eine Heizungsanlage?

Als Faustregel gilt: Die Lebenserwartung einer Heizanlage beträgt 15 Jahre. Danach kommen die Reparaturen insgesamt teurer als die Anschaffung eines Neugeräts. Sie sollten sich dann für einen "Wärmewechsel" entscheiden und in eine neue Heizung auf Basis Erneuerbarer Energieträger investieren.

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Was muss ich beim Neubau beachten, wenn ich Erneuerbare Energien zum Heizen einsetzen möchte?

Um Erneuerbare Energien für die Wärmeerzeugung zu nutzen, sollte Ihr Haus einige bauliche Voraussetzungen erfüllen.

Ein freier Kellerraum eignet sich für die Lagerung von Pellets. Für die Pelletslagerung hängt die Größe des benötigten Lagerraums von dem Wärmebedarf des Hauses, der Gebäudeheizlast, ab: 1 Kilowatt (kW) Heizlast = 0,9 m³ Lagerraum. Die unterirdische Lagerung mittels Erdlagern außerhalb des Gebäudes bietet sich an, wenn kein Lagerraum innerhalb des Gebäudes zur Verfügung steht, oder dieser anderweitig genutzt werden soll.

Weitere Informationen zur Pelletsnutzung erhalten Sie bei unseren FAQ's zur Holzheizung beim Deutschen Energie-Pellet-Verband (DEPV) e.V.

Ein Garten bietet die Nutzung von Erdwärme. Erdwärmekollektoren liegen horizontal - ähnlich einer Fußbodenheizung – mindestens 20 cm unterhalb der örtlichen Frostgrenze, also in 100 bis 150 cm Tiefe im Erdreich. Die benötigte freie Gartenfläche muss bei Erdwärmekollektoren 1,5 bis 2,5 mal so groß sein wie zu beheizende Wohnfläche (abhängig vom Wärmebedarf des Hauses). Für kleine Grundstücke empfiehlt sich dagegen die Erdsonde, bei der ein Rohrsystem über Tiefenbohrungen vertikal in den Erdboden eingebracht wird.

Bitte beachten Sie, dass Wärmepumpen nur mit Vorlauftemperaturen bis ca.  45 °C optimal arbeiten, d. h. sie benötigen größere Wärmeverteilflächen als bei konventionellen Heizsystemen auf der Basis von Öl oder Gas. Flächenheizungen (z.B. Fußbodenheizungen) sind ideal.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der unseren FAQ's zur Wärmepumpe, bei der Geothermischen Vereinigung – Bundesverband Geothermie e.V. (GtV-BV) und beim Bundesverband WärmePumpe (BWP) e. V.

Eine nach Süden, Osten oder Westen ausgerichtete Dachfläche ist am besten für die Errichtung einer Solarwärmeanlage zur Heizungsunterstützung geeignet. Auch nicht optimal nach Süden ausgerichtete Solarwärmeanlagen bringen eine nicht unerhebliche Leistung, benötigen aber in der Regel eine höhere Kollektorfläche.

Der optimale Winkel für Solarwärmeanlagen beträgt 45°. Für die Heizungsunterstützung ist auch ein größerer Winkel empfehlenswert, da dann die tief stehende Sonne in der kalten Jahreszeit besser genutzt werden kann.
Natürlich ist immer auch eine Aufstellung außerhalb des Hauses, z.B. auf einer Garage oder im Garten möglich.

Von Mai bis September ist die vollständige Deckung des Warmwasserbedarfs durch eine Solarwärmeanlage bei einer Kollektor-Fläche von 1 bis 1,5 m² pro Person möglich. Solarwärmeanlagen zur Heizungsunterstützung benötigen etwa die doppelte Kollektor-Fläche, die zur Trinkwassererwärmung benötigt wird.

Problematisch für Solarwärmeanlagen sind standortbedingte Verschattungen, insbesondere durch Schornsteine, benachbarte Gebäude oder Bäume. Auch Teilverschattungen mindern den Ertrag, sind aber kein Argument gegen die Errichtung einer Solarwärmeanlage.

Grundsätzlich eignet sich Ihr Dach auch für den Einbau einer Photovoltaikanlage zur solaren Stromgewinnung. Dies sollten Sie bei der Planung beachten.

Weitere Informationen erhalten Sie bei unseren FAQ's zur Solaranlage beim Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) unter www.solarfoerderung.de und www.solarwaerme-jetzt.de.

Bei einem Neubau schaffen Sie zudem durch die richtige Verrohrung,  eine Fußbodenheizung und den Einbau eines geeigneten Warmwasser-Speichers die optimalen Grundlagen für eine Heizung auf der Basis Erneuerbarer Energien. Sie sparen damit etwa 20% der Kosten gegenüber einem nachträglichen Einbau.

Um einen ersten Anhaltspunkt für eine regenerative Wärmeerzeugung in Ihrem Haus zu bekommen, nutzen Sie unseren „Hauskonfigurator“, der Ihnen die baulichen Voraussetzungen für die Nutzung von Solarenergie, Bioenergie und Umgebungswärme nennt. Bitte nutzen Sie auch die Kostenrechner von co2online und kontaktieren Sie einen Fachberater vor Ort, um das umweltfreundlichste und kostengünstigste Heizungssystem für Ihr Haus zu finden. 

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Wo erhalte ich Beratung zur Nutzung Erneuerbarer Energien für die Wärmeerzeugung in meinem Haus?

Auf der Internetseite des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) können Sie einen Energieberater in Ihrer Nähe ermitteln.  

Auch die Kostenrechner von co2online listen Ihnen unter "Rat und Tat" Fachpersonal in Ihrer Nähe auf.

Das zentrale Handwerker-Verzeichnis der Solarbranche finden Sie hier.

Die Energieberatung der Verbraucherzentralen berät kompetent und unabhängig zu Energieeinsparung und zum Einsatz Erneuerbarer Energien bei privaten Wohngebäuden. Auf dem Portal finden Sie alle Energieberatungsstellen der Verbraucherzentralen in Deutschland.  

Telefonisch können Sie Ihre Fragen zu Erneuerbaren Energien rund um die Uhr auch an die kostenlose Energie-Hotline der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) richten. Unter 08000 736 734 erhalten Sie Infos zur Nutzung Erneuerbarer Energien.

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Welche Förderung erhalten Erneuerbare Energien für die Wärmeerzeugung?

Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz verpflichtet Bauherren ab 2009, den Wärmebedarf eines Neubaus anteilig mit Solarenergie, Biomasse oder Erdwärme zu decken. Ersatzmaßnahmen wie eine verbesserte Dämmung des Hauses, der Anschluss an ein Fernwärmenetz oder Kraft-Wärme-Kopplung sind möglich.

Daneben wird das Heizen mit Erneuerbaren Energien im Neu- oder Altbau durch das Marktanreizprogramm gefördert. Eine sogenannte „Klimaprämie“ erhält, wer eine Solarthermieanlage, einen automatisch beschickten Holzpellet- oder Scheitholzofen oder eine Erdwärmesonde einbaut. Je nach Größe und Beschaffenheit der Anlage variiert dieser Investitionskostenzuschuss. Zinsgünstige Darlehen vergibt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Weitere Informationen zum Wärmegesetz und zum Marktanreizprogramm erhalten Sie auf der Seite des BAFA oder auf dem Portal des Bundesumweltministeriums Deutschland baut auf Erneuerbare Energien.

Eine Übersicht über die Fördermöglichkeiten des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle finden Sie hier. BAFA-geförderte Anlagen entsprechen dem Stand der Technik. Sie sollten deswegen danach fragen, ob Ihre Anlage nach BAFA-Kriterien förderfähig ist. Anlagen in besser gedämmten Gebäuden erhalten eine höhere Förderung.

Ihre Fragen für die Beantragung eines zinsgünstigen Darlehens der KfW-Förderbank richten Sie bitte direkt an die KfW-Förderbank oder an ein Kreditinstitut Ihrer Wahl. Eine Übersicht über die Zuschüsse finden Sie unter KfW- Energiesparen und KfW- Darlehensprogramme.                                      

Nutzen Sie die zudem Förderinformationen des BINE Informationsdienstes des Fachinformationszentrum Karlsruhe GmbH. Das Internetportal zur Energieförderung hält die aktuellen Bundes-, Landes- und Kommunalprogramme für ihr privates Eigenheim bereit. Finden Sie die auf Ihr Haus und Ihre Ziele passenden Förderprogramme. Nutzen Sie öffentliche Fördermittel als Zuschuss oder attraktive Kreditfinanzierung. Hier finden Sie auch Tipps zur erfolgreichen Antragstellung.

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Gibt es Genehmigungspflichten für Wärmepumpen?

Sofern Sie eine Luftwärmepumpe verbauen möchten, brauchen Sie nichts weiter zu beachten. Planen Sie eine Erdwärmepumpe, sind wasserrechtliche Regelungen zu berücksichtigen. Dabei ist über den Grundstückseigentümer eine wasserrechtliche Erlaubnis zu erwirken, in manchen Fällen reicht eine "Anzeige" der Maßnahme aus. Sprechend Sie Ihren Installateur oder einen Fachplaner dazu an.

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